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Norbert Gehring:

Diese Widmung hat der Komponist Anton Bruckner seinen Werken vorangestellt. Dieses Motto bestimmt im Wesentlichen auch die Themen meiner Arbeiten: Die Schöpfung im weitesten und positivsten Sinne. Wenn Sie so wollen, sind meine Arbeiten „Heile – Welt – Malerei“.
Mein Metier ist daher die gegenständliche Malerei: Landschaft, Porträt, Figürliche Darstellungen, Akt.
„Viele wollen Künstler sein, ohne Handwerker gewesen zu sein. Kunst ist zuallererst Handwerk.“ Dieser Ausspruch stammt von Auguste Renior. Das malerische Handwerk habe ich gelernt: Durch ein Fernstudium bei der Academie ABC, Paris. (Prof. v. Baudissin), Workshops und VHS – Kurse bei Alexander Deisenroth, Oswald Pejas, Spasa Milasinovic, Marta Perez Temperley.
Wenn man von Gott eine gewisse Begabung erhalten hat, so ist man, nach meinem Verständnis, als gläubiger Christ auch verpflichtet, diese Begabung weiterzuentwickeln, auszubauen und zu seiner Ehre einzusetzen.
Goethe hat dies Eckermann gegenüber so ausgedrückt: „.... alles opponierende Wirken geht auf das Negative hinaus, und das Negative ist nichts. Wenn ich das Schlechte schlecht nenne, was ist damit gewonnen? Nenne ich aber das Gute schlecht, so ist viel geschadet. Wer recht wirken will, muss nie schelten, sich um das Verkehrte gar nicht kümmern, sondern immer nur das Gute tun. Denn es kommt nicht darauf an, dass eingegriffen, sondern dass etwas aufgebaut werde, woran die Menschheit reine Freude empfindet.“

Norbert Gehring: Nach dem Sturm
In der modernen, „zeitgenössischen“ Kunst ist gegenständliche Malerei längst totgesagt, abgeschrieben und auf ein Abstellgleis geschoben. Während für die Urheber der modernen Malerei, z. B. Picasso, Klee, Kandinski, die traditionelle Zeichenkunst und Malerei zweifellos noch die Grundlage war, auf der sie ihren künstlerischen Weg nachvollziehbar aufbauten, scheint mir für viele heutige, postmoderne Künstler diese Grundlage abhanden gekommen zu sein. Welch ein bedauernswerter Kompetenzverlust! Heute kann man gar nicht so schnell malen, wie sich der jeweilige Zeitstil ändert. Welch ein Verschleiß an Talenten!
Wie jede Spätkultur muss auch die zeitgenössische Kunst in eine Sackgasse führen (Zugegeben: Es gibt auch faszinierende Sackgässchen.), aus der sie wieder heraus muss und zurück auf die Hauptstraße der Kunst, die von der klassischen Antike herkommt oder sie geht unter.
Auch wenn es unmodern ist, so halte ich mich mit meiner Malerei auch weiterhin an Wilhelm Busch (Aus „Eduards Traum“):
„Was aber nun das Kunstwerk betrifft, meine Lieben, so meine ich, es sei damit wie mit dem Sauerkraut. Ein Kunstwerk, möchte ich sagen, müsste gekocht sein am Feuer der Natur, dann hingestellt in den Vorratsschrank der Erinnerung, dann dreimal aufgewärmt im goldenen Topfe der Phantasie, dann serviert von wohlgeformten Händen, und schließlich müsste es dankbar genossen werden mit gutem Appetit.“
Norbert Gehring
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